Lautstarker Protest gegen „Pro Deutschland“!

Wegen dieses harmlosen Schriftzuges (herkömmliche Straßenkreide) wurde eine 44 Jahre alte Anwohnerin von der Polizei aufgegriffen, personenkontrolliert und komplett gefilzt und abfotografiert …

Münster, 28.07., lange vor 09:00 Uhr: die beiden ersten Gegendemonstrant_innen begrüßen sich. Freund und Helfer (?) ist natürlich schon da – gewohnt freundlich und höflich: „Sind Sie Verkehrspolizist oder was!!!“ – „Ich bin Ordnerin einer angemeldeten Versammlung.“ „Gehn Sie von der Straße runter, hier fahrn viele Autos!!!“ (Was Sie nicht sagen …) Zum Glück kommt der Anmelder hinzu. Und bald kommen so viele Menschen, dass keiner mehr von der Straße ‚runtergeht …

Alles, was in Münster Rang und Namen hat, kommt anspaziert – oder angefahren. Schon bevor die Islamhasser aufschlagen, gibt es eindrucksvolle, wirklich gute Redebeiträge von Spyros Marinos und Michael Bieber, Heinz Rittermeyer (u.a.). Zustimmendes Klatschen. Wir wissen, warum wir hier sind. – Die wunderschöne Musik, eine gelungene Auswahl, untermalt, unterstützt, wird plötzlich lauter, feuert an – aha, die Gegner_innen steigen aus dem Bulli. Lächerliche sechs Gestalten – eine Frau in Burka hält eine türkische Kinderbibel hoch – geht’s noch? Die Musik legt plötzlich eine Pause ein – erst jetzt hören wir den ohrenbetäubenden Lärm: Pfeifen, Sprechchöre (am beliebtesten der Klassiker: „Haut ab“), Sirenen … Die Sambagruppe hat es auf die andere Seite der Absperrung geschafft, „Pro Deutschland“ wird jetzt von beiden Seiten der Straße bedröhnt …

Zur Moschee gehören einige Wohnungen – plötzlich erscheint auf einem der Balkone ein Transparent, begleitet von Stinkefingern, und letztere finden sich auch zahlreich in der Menge. Frauen mit und ohne Kopftuch, die jüngste Teilnehmerin (mit Laufrad) ist vielleicht drei Jahre alt – die älteste (mit Rollator) hat die 70 wohl schon gefeiert … Gewerkschaften, Verbände und fast alle demokratischen Parteien, jede Menge Gruppen und Vereine – sicher nicht der „Bodensatz“ der Gesellschaft, wie Lars Seidensticker, Chefideologe von „pro Deutschland“, gleich sagen wird, vielmehr deren Querschnit …

Endlich packen die zum ersten Mal heute ihre Sachen. Und fast alle Gegendemonstrant_innen schaffen dann den – gar nicht so kurzen – Weg zur Nieberdingstraße, mit Leeze oder Stadtbus. Insgesamt bevölkern heute rund 600 Gegendemonstrant_innen die Stadt. – Und auf der Nieberdingstraße wird „pro Deutschland“ schon von einer entschlossenen Sitzblockade erwartet, so dass sie es natürlich nicht vors krachtz schaffen (wer hätte das gedacht), sondern von -l- umgeleitet werden: auf einen Grasflecken direkt zwischen dem fünfspurigen Albersloher Weg und der Lärmschutzwand, Außenwirkung gleich null … Trotzdem plärren sie wieder in ihre Mikrophone. Die -l- kriegen plötzlich einn paar Eier ab, haben sofort die Hosen voll, setzen die Helme auf … Nichts mehr von der netten Einlulltaktik am Meßkamp – jetzt zeigen sie ihr wahres Gesicht. Und sie sperren ein paar Minuten die große Ausfallstraße, nur damit die Gegner sicher abziehen können. Deutsche Polizisten, Helfer der (…)!!! Und tatsächlich schlagen sie – ganz zum Schluss – noch einen Aktivisten zusammen, der wehrlos am Boden Liegende wird von -l- noch weiter mit Schlägen und Tritten traktiert. Zehn von uns fahren in die GESA ein, „Schwerer Landfriedensbruch“ lautet der Vorwurf, der aber kaum zu halten sein wird. – Am Nachmittag kommen die Genossen ‚raus. Es gibt lecker Essen, die Stimmung ist gut, das Wetter auch … Ja dann bis zum nächsten Jahr. Wir machen weiter, bis es keine Nazis mehr gibt!!!