NPD-Tarnverein klaut unseren Namen – und kauft eine Immobilie

Folgende Mitteilung ging gestern an die Presse:

NPD-Tarnverein über Jahre inaktiv – woher kommen die Finanzen?

„Pro Münster e.V. – Antifaschistisch, multikulturell, integrativ“, hat sich 2007 nach dem Kongress „Zivilcourage gegen Nazis“ gegründet. Ziel: das Label „Pro Münster“ zu blockieren, und zu verhindern, dass sich rechte Gruppen – insbesondere die rechtsextreme „Bürgerbewegung pro NRW“ – in Münster unter diesem Namen betätigen. Noch im Sommer 2007 wurde der neue Verein beim Vereinsregister des Amtsgerichts Münster eingetragen.

Seit der Gründung hat „Pro Münster e.V.“ vor rechten Aktivitäten gewarnt. Mit eigenen Veranstaltungen und auf der Website des Vereins wurde und wird über rechtspopulistische und neonazistische Entwicklungen informiert. Die Vereinsmitglieder waren aktiv gegen den Naziaufmarsch am 3. März dieses Jahres in Rumphorst, gegen „Pro NRW“ am 7. Mai vor der Moschee in Hiltrup, sowie gegen die NPD-Kundgebung am 20. Juli am Bremer Platz.

Dagegen ist der später unter dem Namen „Bürgerbewegung pro Münster“ in Steinfurt eingetragene Verein ein reiner NPD-Tarnverein. Seine Mitglieder (Pohl, Pohl, Dormuth) sind alle langjährige NPD-Kader und über Jahre in der NPD Münster und Steinfurt tätig gewesen – allerdings ohne Resonanz und ohne Erfolg. „Der Tarnverein war bislang weitgehend inaktiv“, so Carsten Peters, Vorsitzender des „echten“ Pro Münster e.V.

Fragwürdiger Immobilienerwerb

Der Kauf einer Immobilie in Essen, die der „Tarnverein“ nun an den NPD-Landesverband vermietet hat (und die der NPD als neue Geschäftsstelle dient), wirft daher etliche Fragen auf:
Wie kommt ein bislang untätiger Verein zu derartig viel Geld? Aus Mitgliedsbeiträgen stammt es sicherlich nicht. Das Vorgehen erinnert stark an Immobilienankäufe in anderen Städten, wo die NPD ebenfalls nicht selbst, sondern über eine „Tarngesellschaft“ aufgetreten ist.

Finanzielle Unregelmäßigkeiten

Bekanntlich hat es zudem in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten in der NPD gegeben. Dies führte u.a. zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren und 8 Monaten für den damaligen Bundesschatzmeister der NPD, Erwin Kemna (Ladbergen).

Pro Münster e.V. wird weiterhin über rechtsextreme Aktivitäten informieren, und diesen entgegentreten. Der aktuelle Registerauszug des NPD-Tarnvereins kann beim echten „Pro Münster e.V.“ jederzeit eingesehen werden.